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Die genaue Entstehung des Golfsports ist nicht zweifelsfrei geklärt und von einigen Theorien und Legenden umgeben. Die am weitesten verbreitete und von Historikern anerkannte Version sieht jedoch **Schottland** als die Wiege des modernen Golfs.

Die wichtigsten Etappen der Golf-Geschichte:



Es gab bereits vor dem Golfsport ähnliche Spiele mit Schläger und Ball. So spielten die Römer "Paganica" und die Chinesen zur Zeit der Song-Dynastie (960-1279) "Chuiwan". Auch in den Niederlanden gab es ein Spiel namens "Colf", bei dem ein Ball über weite Strecken gespielt wurde, aber im Gegensatz zum Golf ohne ein festes Loch als Ziel.

15. Jahrhundert – Die schottische Geburtsstunde: Der Golfsport, wie wir ihn heute kennen, entwickelte sich im 15. Jahrhundert an der Ostküste Schottlands, insbesondere im Königreich Fife. Die frühesten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1457. In diesem Jahr verbot das schottische Parlament unter König James II. das Spiel von "Fußball und Golf", weil es die jungen Männer davon abhielt, das für die Verteidigung des Landes so wichtige Bogenschießen zu üben. Dies zeigt, dass Golf zu dieser Zeit bereits so populär war, dass es als Ablenkung galt.
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Entwicklung des Spiels und der Regeln:



Trotz des Verbots wurde Golf in Schottland weitergespielt. König James IV. hob das Verbot 1502 wieder auf, nachdem er selbst zu einem begeisterten Golfer geworden war. In den folgenden Jahrhunderten verbreitete sich das Spiel in ganz Großbritannien.
  • 1744: Die "Gentlemen Golfers of Leith" (später "The Honourable Company of Edinburgh Golfers") formulierten die ersten offiziellen Golfregeln, die die Grundlage für die heutigen Regeln legten.
  • 1764: Der berühmte Old Course in St. Andrews wurde auf 18 Löcher standardisiert. Diese Anzahl wurde zum weltweiten Standard für Golfplätze. Der Old Course in St. Andrews ist eine der legendärsten und historischsten Stätten des Golfsports. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung des Spiels verbunden und reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Ursprünge des Golfspiels in St. Andrews liegen im 15. Jahrhundert. Es gibt Aufzeichnungen aus dem Jahr 1552, die belegen, dass auf dem heutigen Gelände bereits Golf gespielt wurde. Das Gelände war damals ein öffentliches Land, eine sogenannte "Links"-Landschaft, die sich perfekt für den frühen Golfsport eignete. Anders als moderne Golfplätze wurde der Old Course nicht von einem einzelnen Architekten "entworfen". Er entwickelte sich vielmehr organisch über Jahrhunderte aus der natürlichen Landschaft. Die Spielbahnen und Merkmale entstanden durch das wiederholte Spiel der Golfer. Der Old Course ist bis heute ein öffentlicher Platz, der nicht einem privaten Club gehört, sondern den Bürgern von St. Andrews. Er wird von einer gemeinnützigen Stiftung, dem St Andrews Links Trust, verwaltet. Der Old Course ist nicht nur der älteste noch existierende Golfplatz der Welt, sondern auch der Ort, an dem das Spiel in seiner heutigen Form geboren wurde. Er hat sich über die Jahrhunderte entwickelt, ohne seinen ursprünglichen, natürlichen Charakter zu verlieren, und bleibt bis heute eine Pilgerstätte für Golfer aus aller Welt.

Verbreitung in die Welt:



Mit dem britischen Empire verbreitete sich der Golfsport im 19. und 20. Jahrhundert über den Globus. Britische Kolonialherren und Kaufleute brachten das Spiel nach Indien, in die USA und in andere Teile der Welt. In den USA gründete sich 1894 die "United States Golf Association" (USGA), die heute neben "The R&A" (ehemals "Royal and Ancient Golf Club of St Andrews") die wichtigsten Regelwerke des Golfsports festlegt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Golf seine Wurzeln in verschiedenen Schläger-Ball-Spielen hat, aber seine heutige Form, insbesondere die Regeln und das 18-Loch-Format, klar in Schottland des 15. Jahrhunderts entwickelt und etabliert wurde.

Golf in Deutschland



Die Geschichte des Golfsports in Deutschland ist im Vergleich zu den Ursprungsländern wie Schottland relativ jung, aber sie hat sich im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden Sportart entwickelt.

Anfänge im späten 19. Jahrhundert



Der Golfsport fand seinen Weg nach Deutschland durch britische Geschäftsleute und Diplomaten. Sie brachten das Spiel als Zeitvertreib mit und gründeten die ersten Golfclubs.

  • 1895: Als Geburtsstunde des deutschen Golfs gilt die Gründung des Berlin Golf Club. Damit war er der erste offizielle Golfclub in Deutschland.
  • 1898: Die Gründung des Hamburger Golf-Club am Hochkamp-Kurs markiert die Eröffnung des ersten Golfplatzes in Deutschland, der von den Mitgliedern des Hamburger Golf-Clubs bespielbar war.

Entwicklung in der Kaiserzeit und den 1920er Jahren



In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Clubs langsam, blieb aber eine exklusive Freizeitbeschäftigung des Adels und des wohlhabenden Bürgertums.

  • 1907: Der Deutsche Golf Verband (DGV) wird gegründet, um das Spiel zu organisieren und einheitliche Regeln festzulegen.
  • 1911: Die erste deutsche Golf-Meisterschaft wird ausgetragen.

Die Golfbewegung wuchs in den 1920er Jahren weiter, verlor aber während der Weltwirtschaftskrise an Schwung.

Golf im Nationalsozialismus und nach dem Zweiten Weltkrieg



In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Golfsport ideologisch als "britisch" und "unwürdig" gebrandmarkt und erlebte einen schweren Rückschlag. Viele Clubs schlossen oder kämpften ums Überleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Golfsport zunächst von den Besatzungsmächten in beschlagnahmten Clubs wiederbelebt, bevor er langsam von deutschen Zivilisten übernommen wurde.

Der Aufschwung ab den 1980er Jahren



Der entscheidende Wendepunkt in der deutschen Golfgeschichte war die Professionalisierung des Sports in den 1980er und 1990er Jahren.

Die Erfolge von Bernhard Langer waren von unschätzbarem Wert für die Popularität des Golfs in Deutschland. Als erster Deutscher gewann er 1985 das prestigeträchtige Masters in Augusta. Sein Sieg und seine beständige Präsenz in der Weltspitze machten Golf in Deutschland medial präsent und lockten Tausende neuer Spieler an.

Getrieben durch den Erfolg von Langer und einem allgemeinen Trend zu mehr Sport- und Freizeitaktivitäten, stieg die Zahl der Golfclubs und Mitglieder in Deutschland exponentiell an. Von rund 40.000 Mitgliedern in den 1980er Jahren stieg die Zahl auf über 600.000 im Jahr 2007.

Aktuelle Situation



Heute ist Golf in Deutschland eine etablierte Sportart. Es gibt über 850 Golfclubs und rund 680.000 registrierte Golfer. Der Sport hat sein elitistisches Image teilweise abgelegt und ist durch ein breiteres Angebot (z. B. öffentliche Golfanlagen) zugänglicher geworden. Obwohl das rasante Mitgliederwachstum der 90er-Jahre abgeflacht ist, bleibt Golf eine beliebte Freizeitsportart für alle Altersgruppen.

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